Die folgenden Seiten geben u. a. einen Überblick über die Verteilung der Bahnstromsysteme in der Welt und den Stand der Elektrifizierung in Bezug auf die Gesamtstreckenlängen der jeweiligen Eisenbahngesellschaften (sehr) vieler Länder.

Weltweit wird der größte Teil der elektrifizierten Strecken mit einer Spannung von 25 kV und einem einphasigen Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hz gespeist (-> Statistik).


Umstellung der Bahnnetzfrequenz von 16 2/3 auf 16,70 Hz

Die am 16. Oktober 1995 (12:00 Uhr) erfolgte Umstellung (zunächst erst für ein Jahr Versuchsbetrieb) der Netzfrequenz von Deutschland (zentrales Netz), Österreich und Schweiz von 16 2/3 Hz auf 16,700 Hz hat technische Ursachen. Üblicherweise wird die Bahnfrequenz ständig in einem schmalen Toleranzband (+2/-3 % bzw. in absolutwerten 16 1/3 - 17,0 Hz) auf und ab geregelt, da Lastschwankungen infolge der Traktion auftreten. Die rotierenden Bahnumformer (Drehstromasynchronmaschinen mit Schleifringläufern) werden allerdings bei geringen Lastschwankungen im Bahnenergieversorgungsnetz - also einer relativ steifen Frequenz von 16 2/3 Hz - thermisch stark beansprucht. Bei einem "Dauerbetrieb" bei diesen 16 2/3 Hz geht die Schlupffrequenz der Drehstromasynchronmaschine gegen Null (Synchronlauf), was zur Folge hat, das eine der drei Drehstromwicklungen von einem erheblichen Gleichstrom durchflossen wird (Unregelmäßigkeiten an Kohlebürsten und Schleifringen). Die Erwärmung durch die Gleichstrombeanspruchung kann zu einer Auslösung des thermischen Überlastschutzes führen. Es soll also mit der Verschiebung der Regelmitte um (nur) 0,2 % auf eine Sollfrequenz von 16,700 Hz (also um 0,033 Hz) das Auftreten vom synchronen Betriebszustand minimiert werden.

Für das dezentral versorgte Netz der DB Energie (Synchron-Synchron-Frequenzumformer, frequenzstarre Kupplung) und auch für die Netze in Schweden und Norwegen gilt weiterhin die exakte Sollfrequenz von 1/3*50 Hz = 16 2/3 Hz.

Welches nun die neue Nennfrequenz werden soll, ist zur Zeit noch in den Gremien der Normung in der Diskussion.

Quellen:
[1] Eisenbahn Revue International Nr. 1/2 (1996)
[2] Nennfrequenz von 16 2/3 auf 16,7 Hz geändert, Elektrische Bahnen, Heft 6/7, 2001
[3] C. Linder, R. Heinze: Umstellung der Sollfrequenz im zentralen Bahnstromnetz von 16 2/3 Hz auf 16,70 Hz, Elektrische Bahnen, Heft 12, 2002
[4] Behmann: Nennfrequenz 16 2/3 Hz ade?, Elektrische Bahnen, Heft 12, 2002